(span.: tritón pirenaico) - Euproctus asper
Pyrenäen-Gebirgsmolche in Alt Urgell, Prov. Lleida (Foto links: Wolfgang Stich),
und im Barranc de la Mata, ebenfalls Prov. Llerida, Spanien (Foto rechts: Walter Rodenborn).
Bei Wanderungen durch die Pyrenäen ist es nicht schwer den hier endemisch vorkommenden kleinen Molch (eine Schwanzlurch-Art) im Wasser der Gebirgsbäche zu beobachten. Er gehört zur Gattung der Europäischen Gebirgsmolche (Euproctus) und lebt vor allem in den Hochgebirgsregionen der Pyrenäenkette (Spanien, Frankreich, Andorra), in Höhen zwischen 1500 und 2000 Metern, seltener auch in tieferen Lagen von 140 Metern (in den Vorpyrenäen) oder höheren bis hinauf zu 2550 Metern.
Er ist der größte unter den Gebirgsmolchen - ausgewachsen etwa 11 bis max. 16 cm lang. Er ist von schlanker, kräftiger Gestalt mit breitem Kopf. Der muskulöse Schwanz ist seitlich abgeflacht. Schwimmsäume wie bei anderen Molchen werden nicht ausgebildet. Zwischen Kopf und Rumpf ist eine Kehlfalte erkennbar. Seine Augen sind relativ klein und stehen auch nur wenig aus dem Kopf hervor. Ein auffälliges Erkennungsmerkmal ist die grobkörnige Haut bedingt durch verhornte, dornige Warzen auf Rücken und Kopfoberseite. Charakteristisch sind auch die schwarzen Krallen an den Gliedmaßen. Die Männchen zeigen eine halbkugelige Kloake, die Weibchen in der Paarungszeit eher eine kegelförmig verlängerte, nach hinten gerichtete.
Die Grundfarbe des Gebirgsmolches kann sehr verschieden sein und reicht von Olivbraun, Braun bis Schwarzbraun und Schwarz. Im Bereich der Wirbelsäule können längsgerichtete gelbe Rückenflecken zu sehen sein, die sich zu einem durchgängigen, unregelmäßigem Band verbinden können (bei Jungtieren eher der Fall - verliert sich im Alter). Die glatte Bauchseite und Schwanzunterkante sind gelblich bis orange-rot gefärbt - intensiver beim Männchen. Höhlenbewohnende Tiere sind teilweise unpigmentiert.
Das Alter der Männchen kann 20 Jahre erreichen, das der Weibchen 26.
Zum Nahrungsspektrum der Art gehören Wasserinsekten und ihre Larven, Bachflohkrebse, Fischbrut und Würmer.
Die Fortpflanzungsbiologie der Pyrenäen-Gebirgsmolche ist ungewöhnlich, sie weicht von der anderer Schwanzlurche ab. Die Samenpakete werden nicht auf dem Boden abgelegt, sondern direkt übertragen. Das Männchen umschlingt dabei mit dem Schwanz den Lendenbereich des Weibchens und hält es mit den Vorderbeinen fest (rechtes Bild). Durch direkten Kloakenkontakt werden nun innerhalb von bis zu 30 Stunden mehrere Samenpakete (Spermatophoren) übertragen. Unabhängig vom Zeitpunkt der Paarung - sie kann das ganze Jahr über stattfinden, meist jedoch im Herbst - beginnen die Weibchen im Mai mit der Eiablage. Etwa 34 vier bis sechs Millimeter große Eier werden in kleinen Gelegen an Steine und in Ritzen geklebt. Etwa fünf bis sechs Wochen später schlüpfen die etwa 12 Millimeter großen Larven. Bis zur Metamorphose nach etwa einem Jahr (in Hochlagen erst nach zwei Jahren) werden sie 5 bis 6 cm groß. Die Larven überwintern in tiefen, geschützten Gumpen.
Der Wassermolch ist sehr an die kalten pyrenäischen Gewässer angepasst. Er bewohnt die verhältnismäßig rasch fließenden, sauerstoffreichen, kühlen und beschatteten Bäche und deren unmittelbare Umgebung. Er hält sich vorzugsweise an den Rändern in schwacher Strömung auf. Seine Lungenkapazität ist stark verringert, statt dessen nimmt er vermehrt Sauerstoff über die Haut auf, wie es typisch für Amphibien ist - ein Grund, dass er häufig unterhalb kleiner Wasserfälle zu beobachten ist, wo das Wasser stark mit Sauerstoff angereichert ist.
In den kühlen Bächen des Hochgebirges halten sich die Tiere von Febr. (über 2000 m von Mai) bis Sept. auf, im tiefer liegenden Bergland ganzjährig, wobei hier bei steigenden Temperaturen die Wohngewässer (ab 17° C) verlassen und Bodenverstecke in Gewässernähe aufgesucht werden. Im September kehren sie dann zurück ins Wasser.
In den Hochlagen werden gegen Nov. die Wintermonate ebenfalls an Land verbracht. Die Tiere verkriechen sich in Schotterlagen, wo man sie zu Knäueln verschlungenen finden kann.
Als natürliche Hauptfeinde gelten Forellen sowie Larven von Libellen und Wasserkäfern, aber auch Wasserverschmutzung macht den Tieren zu schaffen.
Der Pyrenäen-Gebirgsmolch ist streng geschützt.
Autor(en) und Copyright: ReHa
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